Big Data Infrastruktur für Journalisten: Neofonie, Fraunhofer IAIS, dpa-infocom und Deutsche Welle starten Forschungsprojekt

3. Dezember 2014

Ebola, Islamischer Staat, Ukraine – Nicht nur bei den großen Themen unserer Tage wird die Recherche und Analyse komplexer Daten immer wichtiger, damit Journalisten verlässliche Einschätzungen liefern können. Um dies zu leisten, sind neue Werkzeuge notwendig, die Datenströme verlässlich durchleuchten. Im neuen Projekt »News-Stream 3.0« sollen nun Recherchetools entstehen, die große Datenmengen aus Videos, sozialen Netzwerken, Blogs und Archiven bündeln und Redakteuren gezielt die wichtigsten Informationen bereitstellen.

newsstream Forschungsprojekt NeofonieDazu entwickeln das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und der Berliner Datenspezialist Neofonie neue Analysetools und bauen eine Big-Data-Infrastruktur zur Echtzeitanalyse und Auswertung heterogener Nachrichtenströme auf. Um diese Systeme bestmöglich für die journalistische Praxis nutzbar zu machen, beteiligen sich die dpa Deutsche Presse-Agentur mit ihrer Tochter dpa-infocom und die Deutsche Welle an der Entwicklung und Konzeption der neuen Techniken, die umfassende Big-Data-Analysen ermöglichen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsvorhaben ist eines seiner Top-Projekte im Bereich Big Data.

 

Nachrichten aus unterschiedlichen Datenquellen bündeln mit Big Data Infrastruktur für Journalisten

Ziel ist es, Journalisten mit wenigen Klicks tausende nationale und internationale Inhalte und Quellen von Videoplattformen, eine Vielzahl von RSS-Feeds, Nachrichten-Streams aus sozialen Netzwerken sowie Millionen Objekte aus Medienarchiven zur Verfügung zu stellen. Möchte eine Redaktion zum Beispiel einen Artikel über das kontroverse Thema PKW-Maut produzieren, lässt sich aus den vielen verschiedenen Datenquellen ein kompakter Überblick über das Thema erstellen. In Sekundenschnelle kann der Redakteur verfolgen, was auf Blogs, über Twitter oder in anderen sozialen Medien dazu berichtet oder diskutiert wird. Auch die laufende Recherche wird so leichter: Sobald ein Stichwort wie »PKW-Maut« fällt, zum Beispiel in einer Bundestagsdebatte oder Nachrichtensendung, wird die Analyse automatisch aktualisiert.

 

Vom Jahr 2016 an will die Nachrichtenagentur dpa die Plattform im Tagesgeschäft testen und weiterentwickeln. »Ziel ist es, einen umfassenden, schnellen und gezielten Überblick über all diese Informationen zu ermöglichen. Das bedeutet dann vielfach einen enormen Recherchevorsprung für unsere Redakteure und damit für unsere Kunden«, erklärt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann. Auch die Deutsche Welle will die Redaktionen mit modernen Recherche- und Analysewerkzeugen stärken: »Ein großes Plus für unsere Journalisten besteht unter anderem darin, in der enormen Datenflut neue Geschichten entdecken zu können. Durch die Bündelung der Informationen aus Sozialen Netzen gelingt es uns, wichtige Themen auch durch die Augen von Nutzern genauer zu betrachten«, sagt Gerda Meuer, Programmdirektorin der Deutschen Welle.

Multimediales Storytelling für Journalisten

Durch die Fusion von Daten aus unterschiedlichen Quellen entstehen neue Formen des multimedialen Storytellings. Das Recherchetool soll es zum Beispiel ermöglichen, in sozialen Netzwerken diskutierte Themen frühzeitig zu erkennen und schnell zu reagieren. Mit ein paar Klicks findet der Journalist aber ebenso Material für einen Hintergrundbericht zu einem aktuellen Thema. Mit der Fraunhofer-Technologie »Audio Mining« lassen sich auch Audiodateien und Videos erschließen – sie erfasst die gesprochenen Wörter in dem Material, und das Video ist auf diese Weise wie Text durchsuchbar. Außerdem lassen sich Daten von tausenden Sensoren in die Berichterstattung integrieren. Zum Beispiel bei einem Hochwasser: Steigt der Pegelstand über einen bestimmten Schwellenwert, kann automatisch ein Dossier zum Thema aufbereitet und mit Live-Bildern von Twitter aus dem Umkreis des Hochwassers ergänzt werden.

Herr über die Daten

Mit dem riesigen Datenstrom wächst jedoch auch der Anspruch des Redakteurs an die gewissenhafte Verwendung des Datenmaterials und den Datenschutz. »Auch der beste Algorithmus ersetzt keinen Journalisten, aber er gibt ihm wertvolle Hilfestellung. Der Mensch muss letztlich immer die Kontrolle über Veröffentlichungen haben, die Maschine soll ihn dabei aber unterstützen und zum Beispiel möglichst gute Vorschläge für erkannte Personen, Organisationen und Orte machen, aus denen der Journalist dann die relevanten auswählt«, erklärt Gerd Kamp, Leiter des dpa-newslab innerhalb der dpa-infocom GmbH.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Das Fraunhofer IAIS aus Sankt Augustin entwickelt die technische Infrastruktur und die Technologie für die Auswertung von Video- und Audiomaterial. Die auf Datenanalyse und -aggregation spezialisierte Neofonie GmbH aus Berlin steuert die intelligente Textanalyse bei. Die dpa und die Deutsche Welle stellen Archivmaterial zur Verfügung, erproben und evaluieren das System im praktischen Einsatz bei der täglichen journalistischen Arbeit. Die beiden Medienhäuser gehören zu den Ersten, die so umfassend auf Big Data in der journalistischen Arbeit setzen. News-Stream 3.0 ist damit der Startpunkt für eine neue Generation der Recherche.

 

Weitere Informationen
newsstreamproject.org

BMBF - News-Stream Projekt

 

Über Neofonie

Neofonie ist führender Full-Service Dienstleister für IT-, Web- und mobile Lösungen, von der Beratung und Konzeption über Design und Entwicklung bis hin zum Betrieb. 180 Mitarbeiter von Neofonie und dem Tochterunternehmen Neofonie Mobile in Berlin und Hamburg entwickeln Next Generation-Lösungen für Kunden wie eBay, mobile.de, kalaydo.de, Wort & Bild Verlag, Yapital/Otto, Deutsche Post, Olimar und TUI. Neofonie wurde 1998 im Zuge der Entwicklung der ersten deutschen Suchmaschine „Fireball“ gegründet.

 

Pressemitteilung „News-Stream 3.0“- Neue Big Data Infrastruktur für Journalisten

Presseverteiler

Gerne informieren wir Sie als Vertreter der Presse regelmäßig mit unseren Pressemeldungen. Senden Sie uns dazu eine E-Mail an presse@neofonie.de

Ihre Ansprechpartner

Anja Unterberger-Schneck
Anja Unterberger-Schneck
Marketing Managerin
neofonie GmbH
neofonie GmbH
Robert-Koch-Platz 4
10115 Berlin
Germany
Sinan Arslan
Sinan Arslan
Marketing & PR
neofonie GmbH
neofonie GmbH
Robert-Koch-Platz 4
10115 Berlin
Germany

Tweets

User-Logo
Neofonie GmbH  @neofonie
shopware ist das weitverbreitetste Shopsystem in Deutschland. Als @shopware Partner gratulieren wir. https://t.co/qGtQXlAZrD #ecommerce @t3n 

Über Neofonie

Neofonie konzipiert und entwickelt individuelle Softwarelösungen und Businessanwendungen für Web, Mobile und IT.

Als IT Dienstleister unterstützen wir Sie bei der digitalen Transformation und setzen crossmediale Lösungen um. Wir entwickeln plattform- und channelübergreifend und betreuen Sie von der Beratung und Konzeption über Design und Entwicklung bis hin zum Betrieb & Hosting.

Mit Erfahrung seit 1998 aus über 500 Projekten setzen wir agil und auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnittene Lösungen um, die höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen und durch innovative Ideen überzeugen.

Unsere Kompetenzfelder reichen von Web-Portale, Content-Management-Systeme und E-Commerce Lösungen über Data Analytics, Text Mining und Suche bis hin zu mobilen Lösungen für Tablets und Smartphones.